Zufriedene Zürcher Gemeinden

Die Zürcher Gemeinden sind mit ihrer jeweiligen Organisationsform generell sehr zufrieden. Dies ergibt eine im Herbst 2013 durchgeführte Umfrage bei gut der Hälfte aller Gemeinden. Die Zufriedenheit ist unabhängig davon hoch, ob die kommunalen öffentlichen Aufgaben im Bereich Schule und Bildung von einer separaten Schulgemeinde erfüllt werden oder ob sie im Sinne der „Einheitsgemeinde“ teil der Aufgabenerbringung der Politischen Gemeinde sind.

Vollständiger Bericht zum Download

 

Besser als ihr Ruf

Insbesondere die Schulen sind gegenüber der „Einheitsgemeinde“ – dem Zusammenschluss zwischen politischer Gemeinde und Schulgemeinde – kritisch eingestellt; befürchten sie doch oft einen Verlust an Autonomie und damit eine Beschränkung ihrer Handlungsspielräume. Besonders kritisch beurteilen autonome Schulgemeinden die Einheitsgemeinden. Viel positiver sehen die Schulen die Einheitsgemeinde sobald sie selber in einer solchen organisiert sind. An Themen wie Finanzen, Synergiepotential, Informationsfluss und Verständigung, Autonomiegrad oder Schulqualität zeigt sich in der Auswertung, dass die Einheitsgemeinde offenbar besser ist als ihr Ruf dies vermuten liesse. Unabhängig von der Organisationsform machen die Rückmeldungen aus den Gemeinden jedoch sichtbar, dass zwischen den Arbeitskulturen von Schulen und politischen Gemeinden ein beträchtlicher Graben klafft, der durch den Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde nicht per se überwunden werden kann. Er ergibt sich aus einer unterschiedlichen Berufsidentität der beiden Bereiche sowie angesichts der unterschiedlichen Zielgruppen, die bei der Aufgabenerfüllung zu adressieren sind. Es überrascht daher wenig, dass mehrere Schulen angeben, sie würden Zusammenschlüsse mit benachbarten Schulgemeinden denjenigen mit der politischen Gemeinden tendenziell vorziehen. Dies obwohl die Ergebnisse erstmals deutlich machen, dass es Schulen in Einheitsgemeinden besser geht, als dies aus Sicht der autonomen Schulgemeinden erwartet wird.

Belastungsgrenze erreicht

Im Bericht wird auch auf die zeitliche Belastung der Behördenmitglieder hingewiesen. Viele Antworten weisen darauf hin, dass insbesondere für das Schulpräsidium die Belastungsgrenze erreicht oder gar überschritten ist. Das gilt ganz besonders für Schulpräsidien in Einheitsgemeinden, da sie über ihre bisherigen Aufgaben als Schulpräsidien hinaus in Einheitsgemeinden oft von Amtes wegen auch noch die Aufgaben eines Gemeinderates zu erfüllen haben. Hier scheint es aus Sicht vieler der befragten Behördenmitglieder Entwicklungsbedarf zu geben.

Hinweise zur Umfrage

Mehr als die Hälfte der insgesamt 291 Zürcher Gemeinden (171 politische Gemeinden und 120 Schulgemeinden, Stand 2013) hat sich an der Umfrage beteiligt. Angesprochen fühlten sich mehrheitlich die Schulen, die sich in der Funktion von Schulpflegemitgliedern, Schulleitern und Verwaltungspersonen besonders rege an der Umfrage beteiligten. Die Resultate der aktuellen Umfrage bestätigen überdies im Wesentlichen die Erkenntnisse einer 2009 durchgeführten, ähnlichen Befragung.
Die vollständige Auswertung der Umfrageergebnisse 2013 kann in Berichtsform bezogen werden auf der Seite: www.inoversum.ch

Auskünfte: inoversum AG, Meilen, Tel 044 915 37 50
Peter Schlumpf oder Stefan Hunger

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